Über uns

Einleitung, Entstehungsgeschichte

Das griechische Wort "Soteria" bedeutet u.a. "Geborgenheit" und wurde in den siebziger Jahren vom amerikanischen Psychiater Loren Mosher als Name für ein erstes so genanntes "Soteria-House" in San Francisco gewählt, in dem Menschen mit akut-psychotischen Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis auf neuartige Weise behandelt wurden. Die Behandlung in der Soteria ist in erster Linie von einer verständnisvollen mitmenschlichen Präsenz und Begleitung durch die psychotische Lebenskrise geprägt in einem möglichst normalen, entspannenden und kleinräumigen, familienartigen Milieu. Dies bedeutete einen Paradigmawechsel zum damals üblichen Einsatz von hoch dosierten dämpfenden neuroleptischen Medikamenten und Anwendung von Zwang in den grossen, meist überfüllten psychiatrischen Kliniken.

Die Begleitforschung erbrachte den Nachweis, dass psychotische Störungen sich in einem solchen Milieu mit vergleichsweise sehr viel weniger Medikamenten ebenso gut zurückzubilden vermögen als unter einer traditionellen Klinikbehandlung.

Aufgrund dieser und anderer Erkenntnisse realisierte eine multiprofessionelle Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. med. Luc Ciompi, dem damaligen Direktor der Sozialpsychiatrischen Universitätsklinik Bern, ab 1984 in Bern die Soteria Bern als milieutherapeutische Institution zur Behandlung akuter Psychosen. Auch wenn wichtige Teile des US-amerikanischen Vorbildes übernommen wurden, unterschied sich Ciompi’s Soteria-Konzept von Anfang an in einigen wesentlichen Punkten vom radikaleren Ansatz Moshers. Für Ciompi stand eine medikamentenfreie Behandlung nicht im Zentrum. Vielmehr wollte er die in seinem 1982 erschienen Buch ‘Affektlogik’ formulierten Hypothesen in der alltäglichen Schizophreniebehandlung umsetzen und überprüfen. Zu diesem Zwecke führte er das ‘Weiche Zimmer’ als eines der zentralen Behandlungsinstrumente der Soteria ein. Im Laufe der Jahre wurde das Konzept stets weiter entwickelt.

Von einer Forschungsgruppe der Sozialpsychiatrischen Universitätsklinik Bern durchgeführte Vergleichsuntersuchungen konnten die US-amerikanischen Beobachtungen bestätigen und durch interessante Zusatzbefunde ergänzen, die für den Nutzen der gewählten Behandlungsmethoden sprachen.

Heute ist die Soteria Bern fester Bestandteil der psychiatrischen Versorgung. Gemeindenahe, integrierte Behandlung, intensive Milieutherapie, individuell abgestimmter Einsatz von Medikamenten und Einbezug der Angehörigen kennzeichnen das therapeutische Angebo.